REST and you will receive

REST and you will receive

Mir ging es lange Zeit so (und manchmal tut es das auch heute noch), dass ich das Gefühl habe mir keine Pause „erlauben“ zu können. Weil immer noch etwas gemacht werden „muss“ (das Wort „muss“ ist auch so eine Sache, aber darüber ein andermal mehr). Weil xyz noch nicht fertig ist. Und jetzt, ganz langsam, verstehe ich, wie unglaublich wichtig und wertvoll Pausen sind. Erholung. Runter kommen. Abschalten. Loslassen. Frei machen. Raus kommen. Die Seele baumeln lassen. All diese Phrasen, auf die ich lange Zeit mit Abwehr reagiert habe. Etwas „abzuarbeiten“ ist wichtiger als eine Pause. Etwas fertig zu machen. Etwas produktives zu tun. Etwas sinnvolles. Alles musste irgendwie Sinn machen, sonst war es Zeitverschwendung. Und wie produktiv ich war. Stunde um Stunde, Jahr für Jahr. Und wenn ich kein Projekt gemacht habe, habe ich mir eben Gedanken gemacht. Und den mentalen Stress kann man nicht mal anfassen. Den gibt es gar nicht richtig. Aber unser Körper – der merkt das alles genau. Reagiert darauf. Mit Hormonen, mit Programmen, Reaktionen. Das Adrenalin und später das Cortisol. Und alles, was ein hormonelles Ungleichgewicht nach sich zieht. Und weil es so schleichend ist, kommt es mir normal vor. Es ist normal, dass ich mich erschöpft fühle. Schlecht aus dem Bett komme. Starke PMS-Symptome habe und so schnell aus der Haut fahre. Das ist halt so. So bin ich eben. Bin ich das wirklich? Je mehr ich mich damit auseinander setze, desto mehr geht mir ein Licht auf. Was ich meinem Körper da eigentlich abverlangt habe und oftmals immer noch tue. Aber ich merke es jetzt besser. Ich fange an die Bremse zu ziehen. Meinen Körper zu beobachten. Wie geht es mir eigentlich? Wie fühle ich mich? Habe ich Energie oder bin ich müde? Und wenn ich mich gestresst fühle versuche ich tief zu atmen. Ein langsamer und tiefer Atem hat eine ganz beruhigende Wirkung auf den Körper. Wenn ich tief atme, kann ich nicht in Gefahr sein. Ich kann mich entspannen. Das tue ich beim Yoga und kann es auch immer mehr „mit nach Hause nehmen“. Ich beginne Stück für Stück auf meinen Körper zu hören. Die Signale die ich bekomme auch umzusetzen, zu übersetzen in Handlungen – in Atem und in Pausen. Dieser starke Wille, der Gedanke das und dies und jedes noch machen zu müssen – ich schaue ihn mir an – und lasse dann los. Was ist wirklich wichtig? Und was kann warten? Was kann sogar ganz gestrichen werden? Und ich merke, wenn ich Pause mache, loslasse, gedanklich und körperlich, dann kann die Idee, die Lösung zu mir kommen. Die Intuition traut sich mal anzuklopfen, die innere Stimme sagt hallo. Und aus dieser Entspannung kann noch viel mehr wundersames passieren. Eine unerwartete Rückzahlung, ein überraschendes Angebot oder ein von Herzen gemachtes Geschenk. Wenn wir Pausen machen, werden wir empfangen. 

Wann ist dir das letzte mal etwas wundersames passiert?
Schreib mir gerne eine Nachricht auf Instagram oder über Kontakt.

Pausen sind wichtig

Pausen sind wichtig

Es ist schon November. Mitte November. Und ich werde alt. Ich werde alt, weil ich immer häufiger sage „Boah, wie schnell die Zeit vergeht.“ oder „Du bist aber gewachsen.“ Das habe ich als Kind auch oft gehört. Von den „Alten“. Dass die Zeit knapp ist und noch so viel zu tun. Und nun stehe ich inmitten von To-Do-Listen und Plänen und merke, das Jahr ist fast um. Ich werde das unmöglich alles schaffen. Noch das Lied aufnehmen und den Adventskalender online stellen, noch die Fotos vom vergangenen Jahr sortieren und Fotobücher erstellen, noch die Fernsehbank selber bauen und den Wohnzimmerschrank ausmisten. Keine Chance. Oder? Vielleicht wenn ich früher aufstehe und später ins Bett gehe? Vielleicht wenn ich die Kinder nachmittags alleine spielen lasse und den Mann bitte sie ins Bett zu bringen? Vielleicht wenn ich einfach schneller arbeite und noch bessere To-Do-Listen ausarbeite? Puh, mir schwirrt der Kopf. Und eigentlich, wenn ich ganz ehrlich bin, bin ich müde. Das Jahr war lang. Der Anfang hart mit Lockdown und den Kindern zuhause (Wie bekomme ich sie müde, wie oft muss ich das Spiel noch spielen und wie erkläre ich die ganze Situation überhaupt Kindgerecht?). Die Mitte war sommerlich-schön mit vielen Stunden im Garten (Wie baue ich ein Hochbeet, warum wächst das Unkraut so extrem schnell und wann ist der neue Weg endlich fertig?) und der Herbst fegt herab gefallene Blätter und Träume vor sich her, lässt kahle Äste zurück und das Gefühl wieder nicht genug geschafft zu haben. Nicht fertig zu sein. Ich bin müde, aber ich kann keine Pausen machen, denn die Wäsche ist noch nicht sortiert, die Küche sieht aus und die Mails will ich noch beantworten. Die Wollmäuse spielen fangen, die Rosen sind noch nicht winterfest und dieses Jahr werde ich wirklich rechtzeitig mit den Geschenken anfangen. Und dann erinnere ich mich, dass ich dann am meisten Kraft habe, wenn ich ausgeruht bin. Dass ich dann die besten Ideen habe, wenn ich entspannt bin und dass Dinge wie von selber passieren, wenn ich auf meinen Bauch höre. Und ich beschließe jetzt erst recht Pausen zu machen. Ich bringe meine Kinder in die Betreuung und trinke zuhause noch in Ruhe einen Kaffee bevor ich mich an den Rechner setze. Ich bitte meinen Mann heute mit den Kindern zum Sportkurs zu fahren. Ich frage meine Mama, ob sie am Wochenende vorbei kommt und mit den Kindern spielt. Und ich überlege welche der vielen Dinge auf der langen Liste mir am wichtigsten sind und was ich noch ein wenig schieben kann. Ich mache Platz. Ich mache Platz für mich und mein Bedürfnis nach Pause. Ich erlaube mir meine Liste so einzuschrumpfen, dass sie tatsächlich fertig werden kann. Trotz Pausen. Denn ich brauche jeden Tag Pausen, damit es mir gut geht, damit ich den Herausforderungen des Alltags gewachsen bin. Ich kann die Pausen nicht ins Unendliche schieben. Wie eine Pflanze Wasser braucht um zu blühen, eine Lampe Strom um zu strahlen, so brauche ich Pausen um bei mir zu sein. Und wenn ich für meine Bedürfnisse sorge, habe ich auch Kraft und Gelassenheit für meine Kinder. Ich glaube, nächstes Jahr ist auch noch Zeit und Pausen sind wichtig.

Wann hast du das letzte mal Pause gemacht?
Schreib mir gerne eine Nachricht auf Instagram oder über Kontakt.

„Möchtest du zu deinem Wasser eine Umarmung dazu?“

„Möchtest du zu deinem Wasser eine Umarmung dazu?“

„Möchtest du zu deinem Wasser eine Umarmung dazu?“ frage ich die Mama des Playdates meines Sohnes. Ich kenn sie noch nicht so lange, noch nicht so richtig. Trotzdem, so wie sie aussieht und spricht, sagt mein Bauchgefühl, dass das genau richtig ist. Sie guckt erst erstaunt, dann kommen ihr die Tränen und sie nickt. Wir halten uns lange und fest. Es ist nicht peinlich. Es ist nicht komisch. Es ist ehrlich und echt. Von Frau zu Frau. Von Mama zu Mama. Weil manche Tage einfach schwer sind. Blöd sind. Und eine Umarmung guttut.
Wann und wen hast du das letzte Mal so richtig fest umarmt?
Schreib mir gerne eine Nachricht auf Instagram oder über Kontakt.