Zyklus – was du noch nicht wusstest

Warum reagieren wir auf dieselben Umstände manchmal ganz entspannt und manchmal mit viel Wut, Frust oder Überforderung? – weil wir zyklische Wesen sind und jeden Tag eine andere Energie zur Verfügung haben und uns dadurch auch jeden Tag ein bisschen anders fühlen. Im folgenden Artikel lernst du die Grundlagen der Hormone im Zyklus kennen und was das in deinem Körper auslöst. Außerdem erkläre ich, wie du deinen Zyklus in vier Jahreszeiten einteilen und deren unterschiedliche Qualitäten gut für dich nutzen kannst. 

Kennst du deinen Zyklus?

Zykluskalender. Zyklus App. Zyklustracking. Zyklusrad. Egal wie du es machst, Hauptsache du machst es: dir aufschreiben, wann du deine Tage hast. Und dann geht da noch viel mehr. Laune, Lust, Energie – im Laufe unseres Zyklus verändert sich ganz viel – wie wäre es, dich mit einem Zyklusrad besser kennenzulernen? Denn dann weißt du, wann du viel Energie und eine tolle Ausstrahlung für das wichtige Meeting, die Feier, den Nachtclub, das Fotoshooting oder deinen Sport hast. Du weißt aber auch, wann du mehr Rückzug brauchst, also besser keine Termine legst, langsamer machst, liebevoll und nachsichtig mit dir bist, statt jeden Monat aufs Neue von gewissen Gefühlen überrascht und überrollt zu werden. Aber auch wenn du dich für hormonelle Verhütung entschieden hast, kann das Wissen um die Jahreszeiten und Mondphasen deinen Alltag und deine Planung bereichern. Die Infos zu deinen Hormonen etc. beziehen sich jedoch auf einen natürlichen Zyklus ohne Hormonzugaben.

Wie lang ist mein Zyklus?

Normale Zykluslänge. Als normal werden Zyklen bezeichnet, die eine Länge von 23 bis 35 Tagen haben. Die Länge deines Zyklus wird von deiner Follikelphase (innerer Frühling) bestimmt, also wie lange es dauert, bis das Ei zum Eisprung bereit ist. Die Dauer des Frühlings ist nicht festgelegt, es kann Tage bis Wochen bis zum Eisprung dauern. Es kann außerdem gut sein, dass dein Zyklus innerhalb eines Jahres mal ein paar Tage kürzer und dann wieder etwas länger ist.

Dein Zyklus und die Hormone

Regelblutung
Dies ist dein körperlicher Winter. Der erste Tag deiner Blutung markiert den ersten Tag deines Zyklus, weil er so gut zu bestimmen ist. Durch die Regelblutung wird die Schleimhautschicht der Gebärmutter abgestoßen und ausgeschwemmt.

Follikelphase
Nun folgt dein Frühling. Wenn deine Blutung vorbei ist, wird eine neue Schleimhautschicht aufgebaut. Dies passiert mit Hilfe von Östrogen, welches in den Eierstöcken gebildet wird. Gleichzeitig reift in einem Eierstock ein Follikel heran, mit einer Eizelle darin. Auch Progesteron, aus den Follikelzellen selbst, unterstützt die Eireifung.

Zervixschleim
Kurz vor deinem Eisprung ist der Östrogengehalt im Blut am höchsten. Er trägt auch dazu bei, dass sich der sog. Zervixschleim am Gebärmutterhals bildet. Dieser kann zu leichtem Ausfluss in der Zeit vor und während deines Eisprungs führen und ist völlig normal. In dem nährstoffhaltigen Zervixschleim können Spermien bis zu fünf Tage überleben. Zusammen mit den 12-18 Stunden, die das Ei befruchtet werden könnte, ergeben sich etwa sechs fruchtbare Tage pro Zyklus.

Eisprung
Noch vor deiner Geburt wurden 100.000e Eizellen in deinem Körper angelegt, mit dem Eisprung ist so eine Zelle nun aus ihrem Tiefschlaf erwacht und wartet im äußeren Drittel des Eileiters auf ihre Befruchtung. Findet diese nicht innerhalb von 12-18 Stunden statt, stirbt die Eizelle ab und löst sich auf.

Erste Hälfte der Lutealphase
Der Eisprung bedeutet den Übergang in deinen Sommer. Dieser ist vom Hormon Progesteron bestimmt, während die Östrogenkonzentration langsam wieder abnimmt. Deine Körpertemperatur erhöht sich um 0,4 bis 0,6 Grad, was deine Stoffwechselgeschwindigkeit erhöht und zu mehr Appetit führen kann. Die Lutealphase dauert vom Eisprung bis zur nächsten Blutung. Sie kann 10 bis 16 Tage dauern. Ich gehe auf meinem Zyklusrad der Einfachheit halber von 14 Tagen aus.

Zweite Hälfte der Lutealphase
Nun beginnt dein Herbst. Etwa eine Woche nach deinem Eisprung ist die Gebärmutterschleimhaut perfekt auf eine etwaige Einnistung eines Eis vorbereitet und der Zervixschleim am Gebärmutterhals wird zäh, damit keine weitere Eizelle mehr hindurchkommt. Wenn keine Schwangerschaft eintritt, löst sich der vom Eisprung übrig gebliebene Gelbkörper auf und die Produktion von Progesteron geht innerhalb der nächsten Woche wieder zurück. Dadurch kann auch die Schleimhaut nicht mehr aufrechterhalten werden und es kommt zur Regelblutung. Dein Winter beginnt erneut.

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Menstruationszyklus
http://www.zyklus-wissen.de/
Grafik: Thomas Steiner, Image:MenstrualCycle.png, CC-by-SA 2.5.
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:MenstrualCycle_de.svg

Was macht der Zyklus mit mir?

Das war jetzt mal die graue Theorie. Aber was genau macht der Zyklus, bzw. die unterschiedlichen Hormonlagen in deinem Körper jetzt mit dir?
Klar ist, jede Frau erlebt ihren Zyklus anders, aber es gibt ein paar Tendenzen, die ich nachfolgend vorstellen möchte. Bitte suche dir die Dinge heraus, die auf dich zutreffen bzw. mit denen du gut arbeiten kannst. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern möchte dir einfach ein paar Gedankenanstöße liefern. Die nachfolgenden Infos beziehen sich auf einen natürlichen Zyklus ohne Hormonzugaben.
Überall in der Natur kommen Zyklen vor und einige mit jeweils vier Phasen. Da gibt es morgens, mittags, abends und nachts. Es gibt Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Es gibt den zunehmenden Mond, Vollmond, den abnehmenden Mond und Neumond. Und all diese Zyklen haben Eigenschaften, die sich auch auf unseren Menstruations-Zyklus übertragen lassen.

Winter

Winter (Neumond, Nacht, Yin-Energie, weise Frau) das ist die Zeit deiner Regelblutung. Eine Zeit des Rückzugs, des Ausruhens und Loslassens. Vielleicht fühlst du dich müde und hast evtl. Unterleibsschmerzen. Gönn dir so viel Ruhe wie möglich. In dieser Phase kann deine Intuition besonders feinfühlig sein. Ideen aber auch Einsichten kommen zu dir, vielleicht für ein neues Projekt. Zum Reflektieren kann dir ein Tagebuch helfen. Versuche, bei deiner Intuition zu bleiben und das Rationale erst mal außen vor zu lassen. Dafür ist später noch Zeit. Dein Körper freut sich außerdem über Spaziergänge oder ganz entspanntes Yoga – gerne in weichen und bequemen Klamotten, da du auch körperlich empfindlicher bist. Auch wenn es dir schwerfällt, dir wirklich Zeit zu nehmen und Termine zu verschieben, es lohnt sich. Du kannst über Vergangenes reflektieren und dir neue, visionäre Ziele setzen, während dein Körper Kraft tankt für die kommenden Wochen.

Frühling

Frühling (zunehmender Mond, Morgen, Yin-Energie, junge Frau) das ist die Zeit der Eireifung, die Follikelphase. Diese Phase ist in ihrer Dauer variabel und kann Tage bis Wochen dauern. Durch sie definiert sich die Gesamtlänge deines Zyklus‘. Wie im Frühling alles anfängt zu wachsen und du am Morgen neue Energie verspürst, ist auch diese Phase von zunehmender Energie geprägt. Du bist selbstbewusster, konzentrierter, kannst rationale Entscheidungen treffen und die Projekte, die du im Winter geplant hast mit Elan angehen. Du hast wieder (mehr) Lust auf soziale Kontakte und Bewegung.

Sommer

Der Eisprung markiert den Übergang in deinen Sommer (Mittag, Vollmond, Yang-Energie, Frau/Mutter). Die Lutealphase beginnt, sie dauert insgesamt 10 bis 16 Tage, in der Regel wird von 14 Tagen zwischen Einsprung und Regelblutung ausgegangen. Deine Hormone Testosteron, Dopamin, Serotonin und Östrogen sind auf dem Höhepunkt. Jetzt fühlst du dich sehr wohl in deinem Körper und strahlst das auch aus. In dieser Zeit kannst du gut mit Kritik umgehen und zu dir stehen. Ein wichtiges Meeting, ein Vortrag, Feiern gehen – alles kein Problem, du hast viel Energie und kannst deine Ideen und Vorschläge gut rüberbringen. Auch kann es gut sein, dass du jetzt mehr Lust auf Sex, Sport und Spaß hast. Am Ende dieser Phase erreicht dann auch das Hormon Progesteron seinen Höhepunkt, es lässt dich gut ein- und länger durchschlafen.

Herbst

Dein innerer Herbst ist die zweite Hälfte der Lutealphase (Abend, abnehmender Mond, Yin-Energie, wilde Frau). Diese Phase eignet sich gut, um Projekte noch einmal kritisch zu überarbeiten und abzuschließen, aber auch Routinearbeiten lassen sich gut in dieser Phase ausführen. Außerdem kannst du in dieser Zeit gut ausmisten, denn du kannst leichter einschätzen „Was will ich und was nicht mehr?“ du bist kompromisslos und ganz bei dir. Du bist aber auch empathisch und kannst dich gut in dich und andere hineinfühlen. Deinen Emotionen kannst du auch einen kreativen Output geben: Singen, Tanzen, Malen – wonach dir eben ist. Deine Kraft und Geduld nehmen langsam ab, gib dir Momente zum Entspannen und mache eher leichten Ausdauersport für mehr Wohlbefinden. Diese Phase ist sehr ehrlich, es setzen sich Mechanismen in Gang, die bereits bestehende Probleme aufdecken – das kann im ersten Moment etwas überwältigend scheinen, bietet aber auch die Möglichkeit genauer hinzusehen und Gewohnheiten und Glaubenssätze aufzugeben, die dir nicht mehr dienen. Mit Einsetzen deiner Regelblutung beginnt dein Winter erneut.

Wie geht es weiter?

Ich hoffe du kannst positive Impulse mitnehmen und dich und deinen Zyklus in einem ganz neuen Licht sehen. Liebevoller mit dir in den einzelnen Jahreszeiten umgehen und vorausschauender planen. Wenn du dich und deinen Zyklus noch besser kennenlernen willst, dann komm gern in einen meiner Kurse. 

Weitere Impulse zu Atem, Achtsamkeit, Zyklus, Mindset, Self Care etc. findest du auch auf meinem Instagram-Profil @gesawinger

Neues Lied „Wo du warst“

Sei dabei: „Wo du warst“ Lied-Premiere am Sonntag 12.12.2021 um 12 Uhr auf meinem YouTube-Kanal!

Ein Lied für die Menschen, die uns in unserem Leben begleitet, geliebt und in der Seele berührt haben. Ganz besonders denke ich dabei an meine Oma und meine Tante, von denen eine im stolzen Alter und eine viel zu früh gegangen ist. Aber eure Liebe, die werde ich für immer im Herzen tragen.
Habt noch eine schöne Adventszeit und zündet eine Kerze an für die lieben Menschen im Himmel.
Liebe Grüße von Gesa

Pausen sind wichtig

Pausen sind wichtig

Es ist schon November. Mitte November. Und ich werde alt. Ich werde alt, weil ich immer häufiger sage „Boah, wie schnell die Zeit vergeht.“ oder „Du bist aber gewachsen.“ Das habe ich als Kind auch oft gehört. Von den „Alten“. Dass die Zeit knapp ist und noch so viel zu tun. Und nun stehe ich inmitten von To-Do-Listen und Plänen und merke, das Jahr ist fast um. Ich werde das unmöglich alles schaffen. Noch das Lied aufnehmen und den Adventskalender online stellen, noch die Fotos vom vergangenen Jahr sortieren und Fotobücher erstellen, noch die Fernsehbank selber bauen und den Wohnzimmerschrank ausmisten. Keine Chance. Oder? Vielleicht wenn ich früher aufstehe und später ins Bett gehe? Vielleicht wenn ich die Kinder nachmittags alleine spielen lasse und den Mann bitte sie ins Bett zu bringen? Vielleicht wenn ich einfach schneller arbeite und noch bessere To-Do-Listen ausarbeite? Puh, mir schwirrt der Kopf. Und eigentlich, wenn ich ganz ehrlich bin, bin ich müde. Das Jahr war lang. Der Anfang hart mit Lockdown und den Kindern zuhause (Wie bekomme ich sie müde, wie oft muss ich das Spiel noch spielen und wie erkläre ich die ganze Situation überhaupt Kindgerecht?). Die Mitte war sommerlich-schön mit vielen Stunden im Garten (Wie baue ich ein Hochbeet, warum wächst das Unkraut so extrem schnell und wann ist der neue Weg endlich fertig?) und der Herbst fegt herab gefallene Blätter und Träume vor sich her, lässt kahle Äste zurück und das Gefühl wieder nicht genug geschafft zu haben. Nicht fertig zu sein. Ich bin müde, aber ich kann keine Pausen machen, denn die Wäsche ist noch nicht sortiert, die Küche sieht aus und die Mails will ich noch beantworten. Die Wollmäuse spielen fangen, die Rosen sind noch nicht winterfest und dieses Jahr werde ich wirklich rechtzeitig mit den Geschenken anfangen. Und dann erinnere ich mich, dass ich dann am meisten Kraft habe, wenn ich ausgeruht bin. Dass ich dann die besten Ideen habe, wenn ich entspannt bin und dass Dinge wie von selber passieren, wenn ich auf meinen Bauch höre. Und ich beschließe jetzt erst recht Pausen zu machen. Ich bringe meine Kinder in die Betreuung und trinke zuhause noch in Ruhe einen Kaffee bevor ich mich an den Rechner setze. Ich bitte meinen Mann heute mit den Kindern zum Sportkurs zu fahren. Ich frage meine Mama, ob sie am Wochenende vorbei kommt und mit den Kindern spielt. Und ich überlege welche der vielen Dinge auf der langen Liste mir am wichtigsten sind und was ich noch ein wenig schieben kann. Ich mache Platz. Ich mache Platz für mich und mein Bedürfnis nach Pause. Ich erlaube mir meine Liste so einzuschrumpfen, dass sie tatsächlich fertig werden kann. Trotz Pausen. Denn ich brauche jeden Tag Pausen, damit es mir gut geht, damit ich den Herausforderungen des Alltags gewachsen bin. Ich kann die Pausen nicht ins Unendliche schieben. Wie eine Pflanze Wasser braucht um zu blühen, eine Lampe Strom um zu strahlen, so brauche ich Pausen um bei mir zu sein. Und wenn ich für meine Bedürfnisse sorge, habe ich auch Kraft und Gelassenheit für meine Kinder. Ich glaube, nächstes Jahr ist auch noch Zeit und Pausen sind wichtig.

Wann hast du das letzte mal Pause gemacht?
Schreib mir gerne eine Nachricht auf Instagram oder über Kontakt.

REST and you will receive

REST and you will receive

Mir ging es lange Zeit so (und manchmal tut es das auch heute noch), dass ich das Gefühl habe mir keine Pause „erlauben“ zu können. Weil immer noch etwas gemacht werden „muss“ (das Wort „muss“ ist auch so eine Sache, aber darüber ein andermal mehr). Weil xyz noch nicht fertig ist. Und jetzt, ganz langsam, verstehe ich, wie unglaublich wichtig und wertvoll Pausen sind. Erholung. Runter kommen. Abschalten. Loslassen. Frei machen. Raus kommen. Die Seele baumeln lassen. All diese Phrasen, auf die ich lange Zeit mit Abwehr reagiert habe. Etwas „abzuarbeiten“ ist wichtiger als eine Pause. Etwas fertig zu machen. Etwas produktives zu tun. Etwas sinnvolles. Alles musste irgendwie Sinn machen, sonst war es Zeitverschwendung. Und wie produktiv ich war. Stunde um Stunde, Jahr für Jahr. Und wenn ich kein Projekt gemacht habe, habe ich mir eben Gedanken gemacht. Und den mentalen Stress kann man nicht mal anfassen. Den gibt es gar nicht richtig. Aber unser Körper – der merkt das alles genau. Reagiert darauf. Mit Hormonen, mit Programmen, Reaktionen. Das Adrenalin und später das Cortisol. Und alles, was ein hormonelles Ungleichgewicht nach sich zieht. Und weil es so schleichend ist, kommt es mir normal vor. Es ist normal, dass ich mich erschöpft fühle. Schlecht aus dem Bett komme. Starke PMS-Symptome habe und so schnell aus der Haut fahre. Das ist halt so. So bin ich eben. Bin ich das wirklich? Je mehr ich mich damit auseinander setze, desto mehr geht mir ein Licht auf. Was ich meinem Körper da eigentlich abverlangt habe und oftmals immer noch tue. Aber ich merke es jetzt besser. Ich fange an die Bremse zu ziehen. Meinen Körper zu beobachten. Wie geht es mir eigentlich? Wie fühle ich mich? Habe ich Energie oder bin ich müde? Und wenn ich mich gestresst fühle versuche ich tief zu atmen. Ein langsamer und tiefer Atem hat eine ganz beruhigende Wirkung auf den Körper. Wenn ich tief atme, kann ich nicht in Gefahr sein. Ich kann mich entspannen. Das tue ich beim Yoga und kann es auch immer mehr „mit nach Hause nehmen“. Ich beginne Stück für Stück auf meinen Körper zu hören. Die Signale die ich bekomme auch umzusetzen, zu übersetzen in Handlungen – in Atem und in Pausen. Dieser starke Wille, der Gedanke das und dies und jedes noch machen zu müssen – ich schaue ihn mir an – und lasse dann los. Was ist wirklich wichtig? Und was kann warten? Was kann sogar ganz gestrichen werden? Und ich merke, wenn ich Pause mache, loslasse, gedanklich und körperlich, dann kann die Idee, die Lösung zu mir kommen. Die Intuition traut sich mal anzuklopfen, die innere Stimme sagt hallo. Und aus dieser Entspannung kann noch viel mehr wundersames passieren. Eine unerwartete Rückzahlung, ein überraschendes Angebot oder ein von Herzen gemachtes Geschenk. Wenn wir Pausen machen, werden wir empfangen. 

Wann ist dir das letzte mal etwas wundersames passiert?
Schreib mir gerne eine Nachricht auf Instagram oder über Kontakt.

Sind wir vorbereitet?

Sind wir vorbereitet?

Es folgt Wut: Ich musste heute warten. Da lagen Zeitschriften aus, auch diese mit den vier roten Buchstaben. Dachte mir, guck doch mal, was die Leute so lesen. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Ich möchte heulen, schreien, kotzen vielleicht auch. Die Bitte von Fridays for Future als Enkel seinen Großeltern einen eindringlichen Brief zu schreiben, wird als fieser Enkeltrick auseinander genommen. Ja, vielleicht sollten die Enkel eigene Worte finden und nicht auf vorgegebene Textbausteine zurück greifen – aber die Botschaft bleibt doch die selbe. Ich möchte auf dieser Erde leben können. Und die Generationen nach uns auch. Es gibt nur eine Erde. Keinen Planeten B. Ich will auch nicht ins Weltall. Habe da gar keine Ambitionen. Es ist mir egal, wie alt jemand ist, der Herrn Laschet interessante Fragen stellt – es kommt mir auf die Antworten an. Es kann gut sein, dass die Autoindustrie sich komplett umkrempelt. Umkrempeln muss. Arbeitsplätze verloren gehen. Ich habe auch nicht die ultimative Lösung. Aber wenn es nicht jetzt geplant passiert, dann in absehbarer Zeit mit riesigem Knall. Weil das Wetter verrückt spielt. Weil Kraftstoff endlich ist. Weil – was auch immer. Und ja, verlorene Jobs sind richtig scheiße. Überschwemmungen, Hurrikanes und Dürreperioden auch. Ich finde die gelesenen Berichte sehr einseitig, sehr sensations-süchtig. Stimmungsmache, die keine Alternative, keine Aussicht bietet. Nur Hass. Nur dagegen. Nur alle andern machen alles falsch. Alles soll irgendwie so bleiben. Und selbst wenn wir alle das nun aussitzen, selber nichts verändern – es wird nichts bleiben wie es ist – das ist doch das große Problem! Die Welt/Natur wird sich um uns herum weiter und weiter verändern. Sind wir darauf vorbereitet oder nicht?!
Eure Gesa

„Möchtest du zu deinem Wasser eine Umarmung dazu?“

„Möchtest du zu deinem Wasser eine Umarmung dazu?“

„Möchtest du zu deinem Wasser eine Umarmung dazu?“ frage ich die Mama des Playdates meines Sohnes. Ich kenn sie noch nicht so lange, noch nicht so richtig. Trotzdem, so wie sie aussieht und spricht, sagt mein Bauchgefühl, dass das genau richtig ist. Sie guckt erst erstaunt, dann kommen ihr die Tränen und sie nickt. Wir halten uns lange und fest. Es ist nicht peinlich. Es ist nicht komisch. Es ist ehrlich und echt. Von Frau zu Frau. Von Mama zu Mama. Weil manche Tage einfach schwer sind. Blöd sind. Und eine Umarmung guttut.
Wann und wen hast du das letzte Mal so richtig fest umarmt?
Schreib mir gerne eine Nachricht auf Instagram oder über Kontakt.

Alles hat seine Zeit

Alles hat seine Zeit

Urlaub mit der Familie auf Sylt. Hier sind ein Teil meiner Wurzeln. Auf dieser Insel habe ich so viel Inspiration für meine Lieder gefunden. An großen Wendepunkten in meinem Leben konnte ich mich hierher zurück ziehen und wieder einen klaren Kopf bekommen. Oder meine Wunden heilen. Jetzt werde ich abends nicht von der Muse, sondern von meinen Kindern geküsst. Nachts schreibe ich keine Lieder, sondern werde von wühlenden Beinen geweckt. Und statt morgens auszuschlafen, kann ich nicht schnell genug das Frühstück auf den Tisch bringen. So hat alles seine Zeit.

Alle Menschen

Alle Menschen

Und hat jeder Mensch ein Impfangebot
dann ist unser Boot auf Kurs.
Die Eltern rufen „Kinder in Not!“
Ach, irgendwann sind sie groß.

Nach anderthalb Jahren haben wir doch Erfahrung,
die Einschränkungen merkt man kaum.
Was soll das heißen, ’nen Lüfter anschmeißen?
Und das noch in jedem Raum?

Wir müssen Maß halten, wir haben die Alten
doch so gut gestützt und geschützt.
So eine Pandemie, das bedeutet Verzicht
und jetzt ab in den Wechselunterricht.

Ist das Kunst oder kann das hier weg?
Und sind unsere Kinder nicht eigentlich Kunst?
Erfüllen sie wirklich den Zweck oder steh’n sie nur rum,
machen Lärm, kosten Geld, machen Dreck?

Oh, die Kinder, sie sind viel zu klein
um Mensch zu sein, um Mensch zu sein.
Oh, die Kinder, sie sind viel zu klein
um Mensch zu sein, um Mensch zu sein.

Woher ich das weiß? Na, guck doch in die Zeitung
Da steht es geschrieben und findet Verbreitung.
Die 10, 15 Millionen, was ist da schon zu holen?
Die sind viel zu klein um Mensch zu sein.

Ja, bleiben sie gesund und sagen sie
sind unsere Kinder nun Kunst oder nicht?
Dann lassen sie sich sicher streichen,
denn damit kann man nichts erreichen.

Sag mal sind Kinder Kunst und wenn ja,
gibt es da nicht einen Zuschuss?
Kann sich mal wer drum kümmern,
weil ich dringend in den Urlaub muss.

Unsere Kinder, sie sind noch so klein.
Lass uns ihnen zeigen, was es heißt Mensch zu sein.

Text: Gesa Winger

Hab Mut

Hab Mut

Moin Ihr Lieben,
von mir gibt es heute ein kleines Gedicht, dass ihr am besten im 6/8-Takt lest (mit 2 Schlägen Auftakt)

HAB MUT
Ich hab
Watte im Kopf, weiß wie
Schnee und sie fühlt sich so
an wie das Watt so ganz
weich und ganz sandig und
manchmal da sind meine
Füße auch schwarz nach dem
Gang in den Schlick wo das
Meer mir einst sang.

Ich hab
Ebbe im Bauch, doch sie
ruht sich nur aus, holt tief
Luft, macht kurz Platz für den
Wind und die Wolken, die
Möwen sie fliegen, ich
seh’ meine Hoffnung da
liegen, sie flog heute
auf und davon.

Ich hab
Stille im Herzen, es
lauscht auf die Tropfen, die
rauschen und fließen, die
Wellen genießen. Sie
lassen sich tragen, sie
stell’n keine Fragen, sie
sagen hab Mut und dann
steig in die Flut.

Lasst euch nicht unterkriegen und behaltet euren Mut und Humor.
Eure Gesa

P.S. Das Bild entstand 2013 für das Album Hollywood im Keitumer Watt auf Sylt.

Pause am Meer

Pause am Meer

Vier Tage nur für mich auf der Insel. Als Mama von zwei kleinen Kindern war das nach dem letzten Jahr eine lang herbei gesehnte Pause. Es gibt eine lange Liste an Alltäglichkeiten die ich alle zuhause lassen konnte (die warten da auch ganz geduldig auf mich…) um endlich mal wieder frei nach Schnauze durch den Tag zu gehen. Es ist GÖTTLICH! Es ist friedlich. Es ist selbstbestimmt. Ich bin sehr gern mit mir allein. War ich schon immer. Ich kann die Stille gut aushalten. Im Wechsel mit den (Menschen-)vollen Tagen. Ich weiß nicht, wie ich das letzte Jahr als allein lebender Single überstanden hätte. Es wäre am Anfang vielleicht schön und später beschissen gewesen. Als Mama fand ich es anstrengend. Pausenlos. Irgendwie auch einsam.
Die letzten Tage haben mich wieder mit mir in Verbindung gebracht. Schlaf. Gutes Essen (von meiner lieben Tante gekocht). Spaziergänge und das Drehen kleiner Filme. Das macht Spaß! Fühlt sich kreativ an. Erfüllt mich.
Ich sehe wieder besser wo ich stehe im Leben und wo ich hin will. Was ich sehr zu schätzen weiß und was mir eine Last ist. Ich hab aufgeräumt im Kopf und im Herz und zuhause geht es weiter. Raus mit den Kraft- und Platz-Fressern. Platz machen für das Wichtige, Erfüllende.
Wann warst du das letzte mal freiwillig allein und wo?
Liebe Grüße von Gesa